Zur Diskussion um den Namen ´´Mohren-Apotheke´´

 

Unsere Apotheke trägt den Namen "Mohren-Apotheke". Dies wird möglicherweise manchen Zeitgenossen irritieren, da das Wort „Mohr“ heutzutage fast ebenso verpönt ist, wie das Wort „Neger“, das inzwischen nur noch abwertend gegenüber dunkelhäutigen Menschen gebraucht wird und daher – zu Recht – aus der Alltagssprache verschwunden ist.
Die Mohren, ursprünglich eine Bezeichnung der „Mauren“ also der Bewohner Mauretaniens, galten seit dem Mittelalter als in der Heilkunst gelehrte und verkörperten für die mitteleuropäische Bevölkerung eine gewisse Exotik und Autorität für medizinischen Fortschritt.

Zur damaligen Zeit bedeutete die Benennung als „Mohren-Apotheke“ also Weltläufigkeit und war somit eher eine Form von „Marketing“ als von Rassismus.
Für unsere Apotheke, 1953 gegründet von Alfred Guth, lässt sich dieser Zusammenhang so nicht unbedingt herstellen und es entzieht sich auch unserer Kenntnis, was den Gründer seinerzeit zur Namensgebung inspiriert hat. Möglicherweise hat er sich auch nicht allzuviel dabei gedacht, da dieser Name für Apotheken nicht unüblich war. Heutzutage würde eine neue Apotheke sicher nicht mehr so genannt werden, alleine um etwaigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

Nach dem Inhaberwechsel im Jahr 2014, gab es Pläne der Käuferin, die Apotheke umzubenennen. Dies traf aber auf den Widerstand der langjährigen Mitarbeiter, die sich inzwischen mit diesem Namen identifiziert hatten, so dass die Idee verworfen wurde.

Es gibt inzwischen in anderen Städten weitere Diskussionen (z.B. Deutsche-Apotheker-Zeitung, Apotheke-adhoc.de, diskussion-mohren-apotheken oder hna.de) ob der Name als diskriminierend empfunden wird oder als Teil der deutschen Geschichte erhaltenswert ist. Es gibt bei dieser Debatte sicher kein richtig oder falsch, solange sowohl die Befürworter wie die Gegner einer Umbennenung ihre Standpunkte respektvoll darlegen.
Hier in Hofgeismar, gab es bisher keine Aufforderung zur Umbenennung und wir haben uns deshalb, nicht zuletzt auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, dagegen entschieden. Sollten Menschen sich dadurch diskriminiert fühlen, werden wir dies ernst nehmen und möglicherweise später erneut Abwägen.

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